Freitag, 1. Januar 2016

25. Dezember 2015
Damit schliessen wir diese Atlantikquerung ab und haben wieder eine ganze Menge dazu gelernt. Ganz besonders wurde auch unsere Geduld auf die Probe gestellt. Mit so vielen Flautenstunden hatte wohl niemand gerechnet. 
Meiner Crew, bestehend aus Pia Karbach, Claudia Serra, Omar Lambroni und Melanie Schufaisl danke ich für die aktive Mithilfe bei Manövern und Nachtwache, beim Zubereiten der Speisen und Erledigen der Backschaft sowie den Reinigungsarbeiten am Ende der Reise.

Ich wünsche allen Fröhliche Weihnachten und ein Gutes Neues Jahr, sowie viel Glück auf der Weiter- oder Heimreise.


Nun ist dieses Abenteuer wieder Geschichte. Skipper, Mel, Claudia, Omar und Pia


24. Dezember 2015
Heute Vormittag fahren wir in die Marina ein. Am Funk werden wir freundlich empfangen und an den guten Platz E2 gewiesen. Alles klappt prima und die Peregrina steht mit dem Heck zum Wind, was uns eine angenehme Brise Frischluft beschert. So sollte es uns nicht zu heiss werden.
Auch das Einklarieren im Immigrationsbüro funktioniert gut und das Personal ist trotz dem Dienst am 24. Dezember zu Spässen aufgelegt. Nur einmal schaut mich der Beamte ungläubig an …. so … you don't have a date of departure? No I'll stay in St. Lucia ….. Hmmm, no date of departure!  Und damit verschwand er im nächsten Büro, um bald danach wieder zu kommen und wortlos seinen Stempel sowie Unterschrift unter all die ausgefüllten Formulare zu setzen. 
Happy Christmas ….. war schmunzelnd sein letzter Kommentar. Happy Christmas gebe ich gerne zurück ….


nach 24 Tagen können wir wieder mal frische Früchte kaufen

unsere Ankunft wir ausgiebig gefeiert ...
...und der Skipper braucht Crew-Unterstützung


23. Dezember 2015
Tag 24 unserer Atlantikquerung …. wir sind gesund und munter ….. es ist immer noch Essen und Trinken da …. und die Peregrina befindet sich in einem sehr guten Zustand.
Was mehr kann man sich wünschen nach so einem Marathon.  
Wir sind jetzt gerade noch 40 nm von unserem Ziel entfernt. Schade, es wird schon dunkel sein, wenn wir in die Bucht vor der Marina einfahren werden. Aber das ist halb so schlimm ….. gefeiert wird trotzdem ausgiebig und wir werden danach die erste Nacht - ohne Unterbruch durch Wache schieben - voll geniessen.

14:10 Uhr Omar schreit …. Land, Land, Land ….. 30 nm to go. 

Die nördliche Hälfte von St. Lucia ist durch das Wolken- und Dunstband gerade noch zu erkennen. Im Radio hören wir nur den französischen Sender von Martinique mit weihnachtlichen Liedern.

Es ist 20:45 Uhr .... wir sind in der Rodney Bay auf St. Lucia "gelandet".


....auch am letzten Morgen auf See haben wir noch ein volles Frühstücksbuffet
Landfall in Rodney Bay auf St. Lucia


22. Dezember 2015
Nun sind wir alle schon sehr gespannt wer morgen die erste Landsichtung hat. Alle freuen sich mehr oder weniger, dass diese Reise "schon" zu Ende ist.
Nach dem gestrigen Missgeschick sind wir leider nur noch mit Genua unterwegs. Doch wechseln die Windverhältnisse so schnell und oft zwischen 10 und 24 Ktn, dass wir darauf verzichten, auch noch das Gross zu setzen. Auch die Wellen haben keine einheitliche Richtung; immer wider sind wir mit Querwellen konfrontiert, die die Schiffsrichtung ständig instabil machen. Wir haben heute auch ein paar prächtige Wellen von 6 bis 7m abgekriegt. Es ist schon imposant zu sehen, wie sich die Wasserwand hinter der Peregrina auftürmt, so dass kaum mehr Himmel hinter dem Hardtop zu sehen ist. 
Trotzdem fühlen wir uns auf der Peregrina absolut sicher. Es ist ja bisher auch keinem Kaventsmann gelungen, bis ins Cockpit einzudringen.
Um 17:00 Uhr hat der Skipper zum Sundowner - anlässlich des letzten Abends auf See - auf dem Vordeck eingeladen, was trotz der Wellen ein angenehmes Ereignis war - wo auch die Sonne ihren Teil dazu beigetragen hat.


Mel prüft, ob wir noch auf richtigem Kurs nach Westen sind


21. Dezember 2015
Na bitte, es geht doch auch anders. Mit guten Winden von 15 bis 22 Ktn und Böen bis 29 Ktn haben wir nur mit gesetztem Gennaker in den letzten 12 Std. eine Strecke von 101 nm zurück gelegt. Jetzt kommen wir St. Lucia wirklich mit Riesenschritten näher. Landfall sollte so ca. am Mittwoch Mittag Ortszeit (UTC -4) sein.
Da wir nicht genau vor dem Wind laufen, haben wir mit seitlichen Wellen zu kämpfen. Das ist teilweise sehr unangenehm …. beim Absurfen von der ca. 5m Welle erreichen wir Spitzen bis zu 14 Ktn und dies teils mit seitlichem Drift, was eine enorme Fliehkraft auslöst. Ab und an müssen wir alles auf dem Tisch mit allen verfügbaren Händen sichern …. aber es klappt schon sehr gut.
17:15 Uhr …. Ein unscheinbarer Squall ….. gerade will ich die Genua zum Schutz vor den Gennaker ziehen …. plötzlich 35 Ktn Wind ….. den Gennaker reisst es in Stücke …. sofort ist die ganze Crew in Schwimmwesten und eingepickt zur Stelle und hilft den zerstörten Gennaker zu bergen. Danke an alle …. genau so muss das funktionieren. 

immer solch Wind und Welle hätten uns schneller ans Ziel gebracht
da war unser Gennaker noch intakt ....
... hier liegt er zur Begutachtung vor dem Sailmaker in Rodney Bay im Gras

Mittwoch, 30. Dezember 2015

20. Dezember 2015
Heute haben wir die letzte Zeitzone vor dem Ziel erreicht. Um Mitternacht stellen wir die Uhren auf UTC -4 um. Nun sind es nur noch ca. 400 nm bis zur Rodney Bay und dieses Abenteuer neigt sich dem Ende zu. 


Sonnenuntergang zwischen Genua und Gennaker

19. Dezember 2015
Gestern habe ich Vibrationen festgestellt, die ich vorerst nicht zuordnen konnte. Die Motoren waren nicht in Betrieb und die einzigen beweglichen Teile waren somit noch die Ruderblätter. Hatte sich etwa ein Ruderblatt gelöst und flatterte im Wasser bei den aktuellen  8 bis 9 Ktn Fahrt? Eher unwahrscheinlich - den festen Halt der Ruderschäfte hatte ich in Las Palmas noch kontrolliert. Trotzdem musste das nachgeprüft werden. Die Halterungen waren fest und ein Vibrieren war hier nicht fest zu stellen. 
Die Propeller waren nicht blockiert - wie vom Hersteller empfohlen - und genau da lag das Problem. Der BB-Saildrive vibrierte heftig und brachte auch den Motorblock in Schwingung. Also haben wir den Rückwärtsgang beider Maschinen eingekuppelt und das Vibrieren war weg. 
Auch das Anglerglück war uns heute zugetan; zuerst war ein kleinerer Barsch an der Angel und später noch ein 90cm MahiMahi. So gesehen können wir noch ein paar Tage unterwegs sein, ohne zu verhungern.


Jetzt scheint die Flaute vorbei zu sein

18. Dezember 2015
Seit gestern Abend ca. 19 Uhr haben wir so ziemlich die Verhältnisse, die wir uns schon so lange gewünscht haben. Mit gutem Wind geht's recht schnell voran. Mit 
einem kurzen Regenschauer am Morgen beginnt der neue Tag, dann ist es ziemlich sonnig und mit einem Wind von 11 bis 14 Ktn. sind wir 7 bis 9 Ktn schnell.  
Trotz rekordverdächtigem Etmal ziehen wir den Gennaker ein um für den erwarteten Anstieg der Windgeschwindigkeit gerüstet zu sein. Und prompt hatten wir Probleme mit der "Furler"-einrichtung, weil die Leinenverbindung sich zu lösen drohte und nicht mehr durch die Rolle gezogen werden konnte. Nach 10 Min. Kampf mit dem flatternden Gennaker und dem unstabilen Trapez konnten wir den Rollvorgang doch noch abschliessen.
Mit der Genua sind wir zwar "nur" noch 6 Ktn schnell, aber wir segeln so sicherer in die Nacht hinein.
Beim Klarieren der Gennakerschot fliegt mir ein Fliegender Fisch direkt in den Schoss. Glück für den "Kleinen" …. er wird gleich wieder in sein bevorzugtes Element befördert. 

Solch Windverhältnisse sind des Skippers Freud

17. Dezember 2015
Heute Morgen wurde es kurz etwas spannend. Bei Tagesanbruch waren wir von schwarzen Wolken umgeben und voraus war auch deutlich eine Regenfront zu sehen.
Kurzum entscheide ich das Einholen des Gennakers und den Richtungswechsel direkt vor den Wind, der plötzlich direkt aus Süd kam. Kaum getan, beruhigte sich  
der Wind von 20 Ktn zurück auf 10 Ktn und eine halbe Stunde später gar wieder auf nur 5 Ktn. Also wird der Gennaker wieder gesetzt, damit wir wenigstens ein wenig Fahrt haben. Inzwischen sind wir wieder mit 4 -5 Ktn Speed unterwegs, den wir aus 6 - 9 Ktn Wind gewinnen können. Nicht wirklich berauschend, aber alles was wir aus der Situation machen können. 


Grosse "Teppiche" mit blühendem Seegras sehen wir öfters

16. Dezember 2015
Der vierte Tag in Folge mit Flaute kündigt sich an. Es ist jetzt wirklich an der Zeit, dass wir unserem Ziel wieder etwas näher kommen. Aber der Wind hat seine eigenen Regeln. 
Ab Mittag kam dann plötzlich doch noch etwas Wind auf …. leider nicht in erhoffter Stärke von 10 bis 15 Ktn, aber immerhin segelbare 5 bis 8 Ktn. So bummeln wir weiterhin mit 4 - 5 Ktn. gen Westen ….. statt mit einem tollen Endspurt für die angebrochenen letzten 1000 Meilen der Rodney Bay entgegen zu "gehen" …. zu fahren.
Melanie und Omar haben gelernt "Chess" zu spielen und laufen zu höchstform auf ….. unter kundiger Führung von Pia war schnell ein guter Level erreicht. 
Heute haben wir auch noch unsere 8 Lt. Wasserflaschen mit Hilfe des Wassermachers aufgefüllt. 88Lt.; das reicht wieder für ein paar Tage.

Besprechung der Positionseinträge auf der Papierkarte





15. Dezember 2015
Nachdem die Segel in der Nacht nur noch von einer Seite zur anderen Seite geflattert sind, haben wir diese am Morgen früh - sprich 3 Uhr - eingezogen und sind ohne jeglichen Antrieb nur noch gedriftet. Wir haben die absolute Flaute!!! 
Als Entschädigung für entgangene Segelmeilen kam eine grosse Schule Delfine zu Besuch und präsentierte ihr Schauspiel. Zudem konnten wir einige Fische beobachten, die sich gerne unter dem Schiff aufgehalten haben. Plötzlich kam da noch ein gegen 2 m grosser Räuber angeschwommen und umkreiste ein paar mal die Peregrina in geringem Abstand. Es war ein Wahoo, wie wir an seiner Körperform und Zeichnung unschwer erkennen konnten. 
Dies schreckte uns jedoch nicht ab das kühle Nass zu erkunden und die neugierigen Fische kamen uns sehr nah. Melanie schloss den Tag trotz Flaute mit dem Satz:
 "Das war doch ein richtig gelungener Tag" ab. Der Skipper kann diese Aussage nicht ganz unterstützen; aber einmal mehr haben wir das Beste daraus gemacht!


Fische mitten auf dem Atlantik ... und zum Greifen nah

... ein Wahoo kreist um die Peregrina

Baden und 1000 nm ringsum kein Land - mal was anderes 

Ahhhh .... eine Abkühlung tut gut

14. Dezember 2015
Gestern war es zwischendurch noch mal schlimmer als nur eine Flaute zu haben. Gegen Mittag drehte der Wind plötzlich auf West und dies mit einer Stärke von 3 - 4 Bft. Da muss wohl ein Tiefdruckgebiet im Norden von uns sein. Es ist kaum auszumachen, denn um uns sind lauter Wolken und wir mitten in einer Regenzone. 
Nachdem wir 3 Stunden mit Maschine gegenan kämpften, dreht der Wind zurück auf die erwartete Richtung NE bis E und Segel können wieder gesetzt werden. Es bleibt aber nach kurzem Intermezzo schon wieder so schwachwindig, dass wir kaum voran kommen. Wenn das so weitergeht, werden wir kaum vor Weihnachten unser Ziel erreichen. Erst gegen Abend kommt wieder eine brauchbare Brise auf …. aber von grosser Dauer ist auch diese nicht.


Vögel waren immer präsent - auch 1000 nm vom Land entfernt

... es bleibt auch mal Zeit für ein Nickerchen

13. Dezember 2015
Kurz vor 2 Uhr Morgens hatten wir eine unerwartete Begegnung, die man sich so nicht unbedingt wünscht. Ein Segelschiff kreuzt uns von Steuerbord kommend nur 30m vor dem Bug und das in einem Wasser, das einem ja nun wirklich genug Platz für ein sicheres Manöver lässt. Zugegeben, er hatte Wegrecht ….. aber er musste auch realisiert haben, dass wir platt vor dem Wind laufen und etwas langsamer sind. Es war doch offensichtlich, dass wir keinen Parasailor gesetzt hatten - damit wären wir um einiges schneller unterwegs gewesen - und somit nur in sehr begrenzten Umfang Kursänderungen vollziehen konnten. Es ist einfach nur dumm und leichtsinnig auf dem Wegerecht zu bestehen, wenn es dabei zu einer so knappen Annäherung kommt …. und das mitten in der Nacht. Ich muss noch anfügen, dass dieser Segler bevor es zur Annäherung kam zwei mal den Kurs geändert hatte. Mit seinem ursprünglicher Kurs hätte er uns sehr viel weiter weg gekreuzt!?! 

Das Wetter macht uns ganz schön zu schaffen; wir kämpfen um jede Meile, denn vom Wind erhalten wir kaum eine nennenswerte Unterstützung. Wir dümpeln von Flaute zu Flaute.


mit AIS verfolgen wir die nächtliche Annäherung des anderen Seglers

Claudia und Omar müssen für's Diplom zum "Yachtmaster" viel lernen

12. Dezember 2015
Nachdem wir nun einige Tage mit recht gutem Wind und schönem Wetter gegen Westen voran kamen, ist es heute eher stark bewölkt und regnerisch. Der Wind hatte schon in der Nacht seinen Dienst quittiert und nur noch mit 5 bis 7 Ktn eine Art Bummelstreik eingeleitet. Hoffentlich bleibt das nicht lange so. 
Man kann mit Recht behaupten, dass wir keine idealen Bedingungen für diese Atlantik-Querung erhalten. Aber wir machen das beste daraus und freuen uns an allerlei kulinarischen Köstlichkeiten. 


... la dolce vita an Bord


.... davon gab es reichlich



09. Dezember 2015
Tatsächlich hatten wir in der Nacht die ersehnte Winddrehung gen Westen. Nun können wir weiterhin mit Genua und Gennaker im Schmetterling platt vor dem Wind segeln. Angenehme 8 - 12 Ktn Wind ermöglichen uns eine Reisegeschwindigkeit von 6.5 bis 7.5 Ktn.
Die Sonne scheint nun aus tiefblauem Himmel und die Temperaturen bewegen sich um 28° am Tag und 24° in der Nacht. 
Wenn diese Verhältnisse nun beständig während den nächsten 10 Tagen anhalten, dann erreichen wir St. Lucia am 20.12.2015 …. das wäre optimal, aber wohl Wunschdenken.
Vor 3 Stunden haben wir die Angel ausgeworfen mit dem erfolgreichen roten Pulpo. Um auch die Geruchsnerven der Räuber zu stimulieren, hängen wir noch ein Streifen eines  "Fliegenden Fisches" dran, der letzte Nacht unglücklich auf unserem Deck  gelandet ist. Nun sind Pia und Mel schon beim Zerlegen des gefangenen MahiMahi ….


Fitness-Studio PEREGRINA in Aktion

da muss was Grösseres dran sein
nach dem Fang gibt's eine Menge zu tun

08. Dezember 2015
Seit drei Tagen warten wir nun auf den einsetzenden Passat. Zugegeben, die nördl. Breite von 20° ist erst seit Gestern erreicht. Aber das dunstige Wetter hat doch ein paar negative Effekte auf uns und unsere Technik. Wir sehen nicht wirklich weit in die Ferne. Es ist zwar gar nicht kalt, aber doch auch noch nicht so durch und durch warm. Zudem werden die Solarpanele durch diese Trübe nur unzureichend mit Sonnenlicht versorgt, was zu Lademankos führt. Das wiederum bedeutet, dass wir zusätzlich die Maschine jeden Tag zur Ladung der Akkus einsetzen müssen. Der Stromverbrauch des Plotter, Autopiloten, des Radars und weiterer Instrumente ist doch recht hoch. Zudem hängen auch noch zwei Kühlschränke an den Akkus. Wir haben gelernt, mit dem Minimum zu leben und schaffen es, mit zwei mal einer Stunde Maschinenladung pro Tag durchzukommen. 
Mein Entscheid: Wenn wir Morgen keinen Passat spüren, dann werden die Segel trotzdem umgestellt und auf Westkurs gedreht. 



der Pandoro wird schon vor Weihnachten verdrückt

Spass gehört dazu und ist höchst willkommen

unter Schmetterlings - Segeln geht's richtig ab

Canasta und andere Spiele "verkürzen" uns die Reisezeit

.... die 1000ste Meile ist geschafft



Dienstag, 29. Dezember 2015

05. Dezember 2015
Der Tag fängt gut an; schon am Morgen sehen wir eine grosse Schule Delfine. Der Wind treibt uns mit 6-7 Ktn Richtung Südwesten und die Wellen sind gut zu ertragen. Weitere Sichtungen von Delfinen gibt es über den ganzen Tag verteilt. Melanie entdeckt eine Mutter mit ihrem kleinen, gerade mal ca. 50 cm langen Nachwuchs. Ein paar von ihnen springen nahe vor dem Schiff bis zu 3m aus dem Wasser und wieder andere lassen sich lässig auf die Seite fallen. Ein schönes Schauspiel und immer wieder interessant anzusehen. 
Plötzlich taucht vor uns - im Grau des dunstigen Tages - eine Segelyacht auf und quert unsere Fahrtrichtung. Ein Mono-Segler am Kreuzen vor dem Wind, der wohl auch stabileren Winde südlich des zwanzigsten Breitengrades zu erreichen sucht.
Gegen Abend wird es bereits wieder flautig und die killenden Segel gehen gewaltig auf die Nerven. Zumindest bleibt die Hoffnung, dass keine Beschädigung unser Weiterkommen erschwert.


... es gibt immer etwas zu diskutieren - in der Bordsprache English of course

04. Dezember 2015
Der Tag ist noch nicht zu Ende, aber trotzdem kann ich feststellen, dass wir heute das beste Etmal der bisherigen Reisetage haben werden. Der konstante Wind von 7 bis 13 Ktn über die letzten 19 Std. hat uns einen guten 6-er Speedschnitt gebracht. Zum ersten Mal werden wir die erwarteten 150 Nm/Tag erreichen. 
Um 17 Uhr wurde auch heute wieder zum Peregrina - Atlantik-Gym geblasen. Alle treffen sich auf dem Vordeck und trainieren die lahmen Muskeln!?
Heute Nacht um 2 Uhr werde ich die Uhrzeit anpassen. Wir haben uns bis jetzt an der Zeit von Las Palmas orientiert. Da wir aber bereits die westliche Länge von 24° erreicht haben, werden wir die Zeit auf UTC -2 umstellen. Damit stimmen dann auch Sonnen- Auf und Untergang wieder eher überein. 
Pia hat es sich nicht nehmen lassen, ihre Hängematte über dem Cockpittisch auf zu hängen und das wohlige Schaukeln zu geniessen. 


03. Dezember 2015
Es ist jetzt 2 Uhr morgens und die Sterne machen die Nacht nicht ganz so dunkel. Auch der Mond hat sich nun wieder gezeigt und leuchtet mit halber Kraft. 
Gerade rechtzeitig …. mein Entscheid, um Mitternacht bei weiterer Flaute die Maschine zu stoppen und nur noch zu driften bis wieder Wind aufkommt, hat sich wohl bis in die Chefetage durchgesprochen. Gerade rechtzeitig steigt die Windanzeige vor Mitternacht auf 3 Bft von NE und lässt uns so die Genua setzen. Wenn der Wind so bleibt, werden wir am Morgen den Gennaker setzen, haben dann statt 3-4 Ktn deren 5-6.
Es ist inzwischen Mittag geworden und wir segeln mit Gennaker und Genua auf Schmetterlingskurs. Bei 8.5 Ktn Wind erreichen wir so 6 Ktn Fahrt. Mit 245° stimmt auch die Richtung fast perfekt.
Seit drei Tagen sichten wir heute zum ersten Mal wieder ein Schiff; auch ein Segler auf dem Weg in die Karibik. Mit seinem Riesen-Spi ist er auch etwas schneller als wir.


02. Dezember 2015
Ein langer, sonniger Tag, den wir unter Motor zurück gelegt haben weil sich der Wind heute mal wieder eine Pause gönnt. 
Pia und Meli haben in der Zwischenzeit ein Gemüsenetz geflochten …. und das wurde dann heute auch unter das Biminidach gehängt. Gleich darauf wurden die geeigneten Gemüse und Früchte darin verstaut und so sollten diese auch länger frisch bleiben.
Ein weiteres Highlight kam dann beim Sonnenuntergang. Gerade wollte ich die Angelrute wieder verstauen, da sehe ich die etwas mehr gebogene Spitze. Heee, da hat doch Einer angebissen. Tatsächlich ziehe ich einen kleinen Tunfisch ein "Bonito" aus dem Wasser und gleich nach dem Einholen werfe ich den roten Gummipulpo noch einmal aus ….. ich habe den Köder noch nicht einmal hinter der Peregrina platziert, schon zieht es gehörig an der Angelrute. Wir haben Glück und nach 20 Min. Kampf ziehen wir einen 110cm MahiMahi aus dem Wasser. Die nächsten Tage müssen wir nicht hungern …. haha!

... der erste Fisch .... ein Bonito

01. Dezember 2015
Mässig gute Winde haben uns etwa die gleiche Durchschnittsgeschwindigkeit gebracht wie am gestrigen Tag. Doch gegen Mitternacht ging es dann sehr rasch bergab und es war kaum noch Wind zu spüren. Schon am Vormittag musste der Gennaker gegen Hauptsegel und Genua getauscht werden, weil die Windrichtung immer ungünstiger wurde und wir mit dem Gennaker immer mehr gegen Westen steuern mussten. Wir wollen aber eher südlich segeln, um die guten Winde zu erreichen und einer Flaute auszuweichen. 
Gut gemeint …. hat aber nicht funktioniert. Mit drehenden Windrichtungen und gleichzeitiger Abnahme der Windstärke droht uns die Flaute doch noch zu erreichen.
Positives Ereignis gegenüber den unsteten Windverhältnissen .... wir haben bereits beim Frühstück eine Schule Delfine gesichtet, die zu unserer Freude einige Luftsprünge direkt neben der Peregrina machen.

Gemüse und Früchte in luftigen Netzen - so hält es sich länger

30. November 2015
Die erste Nacht ist überstanden. Gegen morgen hin kommen die Wellen mehr von hinten. Das ist viel angenehmer, allerdings haben wir leider etwas wenig Wind. Besonders am Abend fängt das Gennaker-Segel des öfteren zu flattern an. 
Das wunderbar vorbereitete Essen von Omar und Claudia hat vorzüglich geschmeckt und war ein bisschen Entschädigung für den schwachen Wind. Der Skipper hat die Angelrute am Nachmittag heraus gehängt …. nur leider hat noch kein Fisch angebissen … ich glaube die Fische mögen den Köder nicht ;-)
Autorin: Melanie


...ein schwieriger Start mit Gegenwind und seitlichen Wellen

29. November 2015
Nun ist der Tag angebrochen, der uns schon so lange beschäftigt. Der Start zur Überquerung des Atlantik steht an. Wir treffen noch die letzten Vorbereitungen und machen uns dann um ca. 16:00 Uhr UTC auf den langen Weg. Angie und Reto stehen an der Pier und wünschen uns eine gute Reise. 
Wir machen noch an der Tankstelle halt, um die Dieseltanks ganz auf zu füllen; aber hoppla .... es ist Sonntag und die Tankstelle geschlossen. Also dann, im Hafenbüro den Schlüssel abgeben …. schon wieder stehen wir vor verschlossener Türe. Das fängt ja gut an. 
Hab ich schon erwähnt, dass genau heute der Wind auf Süd gedreht hat …. das wird ein Start mit Anlaufschwierigkeiten. Der Wetter-Forecast hatte das etwas anders gesehen. Wieder mal ….. verlasse dich nie auf Wetterfrösche; die wissen auch nicht viel mehr.


die Peregrina wartet auf die Beladung mit Lebensmitteln

unglaublich was da alles gebraucht wird

die Dünen von Maspalomas - hier stand ich letztmals vor 37 Jahren

den Vorabend geniessen wir in der Sailors Bar ....

... und verewigen uns im Gästebuch

kurz vor dem Ablegen - wir sind bereit

Freitag, 27. November 2015

25. November 2015
Früh morgens brechen wir auf nach Las Palmas. Wir wollen den Hafen vor Sonnenuntergang erreichen. Das wird allerdings nicht leicht werden, denn im Moment haben wir vom Wind nicht die erhoffte Unterstützung. Es war von 4 - 5 Bft die Rede, doch jetzt gibt es gerade mal eine mittlere 2. 

Inzwischen sind wir am südwestlichen Ende der Insel vorbei und vorbei ist es auch mit dem ruhigen Segeln. 15 Ktn Raumwind und 2.5m Welle von der Seite lassen die Peregrina herumtanzen. Aber wir kommen jetzt mit bis zu 9 Ktn Fahrt gut voran. 

Früher als erwartet sind wir in Las Palmas angekommen. Dank einem Speeddurchschnitt von 6 Ktn waren wir doch ca. 1,5 Std. vor Sonnenuntergang da.
Witzig …. die Peregrina steht jetzt genau auf dem gleichen Liegeplatz wie die Vanora vor dem Start zur ARC (Atlantic Rally for Cruisers) im Jahr 2009. 

Wir haben nun eine vollständige Crew. Neben Pia aus Deutschland, die mich ja schon seit Gibraltar begleitet, werden noch Claudia und Omar aus Sardinien, Italien und meine Tochter Melanie mit dabei sein. 

Heute, am 27.11.2015 geht's ans Proviant einkaufen. Für fünf Personen und 20 Tage wird das eine ganze Menge sein. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren und der 29. November naht mit grossen Schritten. 

Dies ist nun mein letzter Post vor dem Start zur Überquerung des Atlantik. 
Die nächste Meldung dürft ihr aus St. Lucia erwarten. 
Allen Lesern wünschen wir eine gute und schöne Vorweihnachtszeit ..... bis dann .... 

Fuerteventura wird hinter uns immer kleiner?!

im Nebenhafen Vela Latina sind wir in guter Gesellschaft


Montag, 23. November 2015

21. November 2015
Ein tolles Gefühl …. wir segeln Schmetterling auf dem Atlantik an der Ostküste von Fuerteventura mit 11ktn Wind von 35° und einem Speed von 5 - 6ktn. Wir haben heute eine Strecke von ca. 40 Meilen zurück zu legen. Da ist es wichtig, dass es mit mindestens 5ktn voran geht. Nach zwei Dritteln der Strecke wollte der Wind nicht mehr so recht mitmachen und wir haben nur noch 3.5ktn Fahrt. 8 Meilen vor dem Ziel geht der Wind gar auf 4-5 ktn zurück und wir holen die Segel ein. Als wir damit fertig sind dreht der Wind wieder auf und zwar heftig. Mit 16 - 19 ktn aber nun aus Nord bläst es wieder von der Seite. 

Unser Ziel ist nun in westlicher Richtung, aber da wir den Wassermacher angeworfen haben und die Batterien auch etwas Ladung vertragen können, setzen wir die letzten Meilen trotzdem unter Maschine zurück.

Im Hafen sind alle Plätze am Transitsteg belegt. Wir ankern vorerst im Nebenbereich des Innenhafens. Später am Abend - es ist schon dunkel - verlässt eine grosse Yacht den Frontplatz am Transitsteg …. da wollen wir morgen früh gleich hin. Wie wir später erfahren, ist der Transitsteg von Ausflugsbooten in Beschlag genommen worden. Freie Plätze für Transityachten gibt es in diesem Hafen nicht mehr. Die grosse Yacht ist zu einem Wochentörn aufgebrochen .... unser Glück. 


aus der Ferne ist auch diese Insel sehr kahl 

das entspricht so gar nicht meinen Vorstellungen

Pia auf der Suche nach Kaktusfeigen

ein ausgedehnter Strandspaziergang ..... das gibt es hier umsonst

die Insel ist etwas knauserig mit Blumenpracht