Dienstag, 29. September 2015

29. September 2015
Wir nähern uns Porto Colom. Eine Platzreservierung habe ich bereits telefonisch vorgenommen. Hier sollten wir vor den nordwestlichen Winden bis zu 44 ktn in den nächsten 2 Tagen geschützt sein. 
Diese Wettersituation wird unseren Zeitplan beeinflussen. Es kann sein, dass wir auf Ibiza oder Formentera keinen Stopp einlegen werden und gleich weiter ans Festland segeln. Spätestens Freitag morgen müssen wir wieder eine Etappe in Angriff nehmen. 
Bruno hat Spass am Segeln in der Nacht und so sollte es auch kein Problem sein, Almerimar am 09. Oktober zu erreichen. 
Nun geniessen wir mal die Kleinstadt Porto Colom und machen hier die Gassen "unsicher". Genau genommen müsste man sagen "Wir machen die Gasse unsicher"! Mit knapp 5000 Einwohnern ist der Ort doch sehr klein.

Am Abend zaubert uns Bruno ein Tomaten-Spaghetti mit fangfrischen Shrimps auf den Tisch, das es mit jedem Sternekoch-Dinner aufnehmen kann. Draussen regnet es in Strömen und wir geniessen das Essen mit sardischem Rotwein und Latino-Musik ........ 


.... Porto Colom ist schon in Sichtweite
..... ein sicherer Hafen mit Beigeschmack .... € 140 in der Nachsaison ist Abzocke


28. September 2015
Ganz früh am Morgen fahren wir in Mahon ein. Da es noch total Dunkel ist - dank der Mondfinsternis - wollen wir die Zeit bis zum Tagesanbruch in der Bucht Teulara vor Anker gehen und  mit verdienter Nachtruhe verbringen. 
Die schmale Zufahrt zur Bucht verlangt vollste Konzentration. Das Ufer ist beidseits nur etwa 20m entfernt. Die Bucht ist wider Erwarten schon ziemlich besetzt. Zudem ist dieser Ankerplatz nicht so gross und die Wassertiefe ist bis Nahe der Uferzone mehr als 10m. 
Wir finden einen akzeptablen Platz. Aber ohne Ankerwache geht es trotzdem nicht. Bruno hatte gerade seine Ruhephase beendet und übernimmt daher diesen Job … danke Bruno!

Nach dem Frühstück nehmen wir das kurze Stück zur Marina Mahon in Angriff. In der Marina erhalten wir einen Platz am Pier "D"  und können so beruhigt einen Stadtbummel machen, um all unsere notwendigen Dinge zu erledigen. 

Nachdem ich das Deck abgeduscht und die Wassertanks nachgefüllt habe, legen wir in der Dämmerung ab, um noch vor dem nahenden Unwetter bis Mallorca zu kommen. Porto Colom sollten wir am nächsten Vormittag erreichen. 


... die Marina in Mahon im grossen  Naturhafen

Bruno fühlt sich sichtlich wohl auf der Peregrina






27. September 2015
Seit gestern 10 Uhr abends hat der Wind nachgelassen und bringt uns kein vernünftiges Tempo mehr. Daher sind wir wieder mal mit Maschine unterwegs. Heute hat es bereits zwei mal ein Gewitter gegeben. Zum Glück für uns sind diese  Unwetterzellen etwa 2 Meilen hinter uns - wir beobachten das auf dem Radar - weiter nach Süden gezogen. Bis jetzt sind wir schadlos davon gekommen. Wir hoffen sehr, dass dies bis zu unserer Ankunft in Mahon auf Menorca auch so bleibt.
Wir werden wohl noch in der Nacht ankommen. Sollte das wirklich so sein, dann würden wir in der Bucht Cala Teulera ankern und erst am Morgen in die Marina fahren.

Am frühen Abend kommt noch etwas Wind auf und es reicht gerade, um die Genua - als Unterstützung zur Steuerbordmaschine - zu setzen. Das bringt noch einen zusätzlichen Knoten mehr Speed. 



.... hinter uns die Gewitterfront

.... die italienische Nationale hat ausgedient
... die spanische wird für 2 Monate gehisst



26. September 2015
Morgens um 5 verlässt Franz das Schiff und fahrt mit dem Taxi zum 10 km entfernten Flughafen. Nun heisst es für mich Aufräumen, Putzen, neue Bettwäsche bereit legen etc. etc.
Um 9 muss ich im Hafenbüro vorbei gehen ….. ein Servicetechniker sollte eine meiner Winschen reinigen und neu fetten. Diese harzt ziemlich stark. Leider funktioniert die Kontaktaufnahme von der Marina zum Servicetechniker nicht ….. es ist Samstag und die Leute sind wohl schon ins Wochenende gefahren.

Um 10 Uhr kommt Bruno und bezieht seine Kabine im Backbord-Heck. Nach der obligaten Sicherheitseinführung geht's um 2 Uhr Nachmittag los Richtung Balearen. Nach eineinhalb Stunden können wir die Segel setzen und haben nur 10° Kursabweichung. Meine Hoffnung ist, dass der Wind sich später doch noch an die Forecast-Angaben hält und mehr nach Norden bis Osten dreht. Aber wir können segeln und das macht uns schon glücklich.

Videoperformance mit Musik im Hafen

Unser Platz direkt neben traditionellen sardischen Fischerbooten

Bruno geniesst den Ritt über die Wellen

der letzte Blick zurück ... Italia ade

Freitag, 25. September 2015

25. September 2015
Früh brechen wir auf, um die Fornelli-Passage von Ost nach West möglichst ohne grossen Windeinfluss zu passieren. Auch die Wellen sind nicht mehr so hoch wie noch gestern. Leider ist auch heute der Wettergott nicht auf unserer Seite und so legen wir die gut 40nm unter Maschine zurück. Immerhin haben wir nicht die ganze Zeit den Wind direkt von vorne. Nach Forecast sollte uns ein NNW-Wind fast die ganze Zeit nach Süden schieben, aber meistens ist es doch ein SW-Wind mit 2-3 Bft. 
In Alghero angekommen, begrüsst uns schon Bruno von der Pier aus. Er wird mich die nächsten 2 Wochen bis nach Almerimar begleiten. 

Den schönen spätsommerlichen Abend geniessen wir zu Dritt bei einem ausgezeichneten Dinner und sardischem Wein in der historischen Altstadt von Alghero. 


Wir nähern uns der Fornelli-Passage, die nur 3m Wassertiefe hat

die schmale Durchfahrt ist mit Klippen durchsetzt

die rauhe Westküste von Sardinien .... nur bei Schönwetter fast gefahrlos


24. September 2015
Super, die Lazy Bag Leinen sind ersetzt. Die Dirk ist ausgewechselt und das Grossfall konnte nachgezogen und neu befestigt werden. Nun sind wir wieder bereit in See zu stechen. 

Das wird auch gleich genutzt und wir legen noch zur Mittagszeit ab um den kleinen Ort Stintino zu erreichen. Das ist gut zu machen, denn es sind bis dahin nur ca. 10nm. Das ist der beste Ausgangspunkt, um am nächsten Morgen früh die - bei Starkwind - heikle Fornelli-Passage zu durchqueren. 
Mit Wind aus geeigneter Richtung war heute nicht zu rechnen. Obwohl jetzt immer ein West-Nordwestwind vorherrschte, ist es an dieser Ecke eher ein Nordwester und das passt für unseren Kurs gar nicht. Ein Nordwind wäre nützlich gewesen.

Ohne Probleme erreichen wir Stintino und geniessen den kurzen Landgang mit Sonnenuntergangsstimmung.


die Aussicht über dem Ort Stintino

der gut geschützte Hafen von Stintino

.....ohne Worte .....



Mittwoch, 23. September 2015

23. September 2015
Es war ein Tag mit Hochs und Tiefs heute. 
Mit recht hohen Wellen sind wir gegen Südwest aufgekreuzt. Das ging recht gut und wir machten auch guten Speed mit Reff 1 bis über 8 ktn und das bei einem Wind von bis zu 22 ktn. Am Nachmittag wurde es dann aber etwas ungemütlich. Der Wind drehte bis zu 30 ktn hoch - was ja noch kein Problem wäre - aber die Wellen wurden gleichzeitig auch bis über 2m. Da bemerkte ich, dass die Dirkleine schon wieder beschädigt war und nur noch durch die Innenfäden gehalten wurde. Das Mantelgewebe war ringsum durchtrennt. Keine Ahnung, wie das passieren konnte. Vermutlich einfach mangelhafte Qualität dieser erst zwei Monate alten Leine. Kurz darauf ist die Lazy Bag Halteleine unter der Backbord Saling gerissen und fast wäre die Stabilisierungslatte aus dem Bag vornüber ausgefahren und tauchen gegangen.

Rico in Porto Torres wird das Morgen wieder in Ordnung bringen. Ahh ja …. auch das eben erst ersetzte Grossfall ist auch schon wieder beschädigt und muss repariert werden. Die Bruchmuster von Dirkleine und Grossfall gleichen sich doch sehr ...... hohe Qualität war da wohl nur der Preis????? 

Trotz allem haben wir uns im Städtchen Porto Torres ein gutes Nachtessen gegönnt und anschliessend in der Bar einen feinen Glenfarclas Single Malt genossen. Das haben wir uns wirklich verdient .... es war ein strenger Tag.  


zufällig begegnen wir einer sardischen Kirchenfeier ....

.... die sardische Tracht erkennt man auf den ersten Blick


22. September 2015
Gestern Abend haben wir die Gelegenheit ergriffen und sind in La Maddalena Essen gegangen. Dabei haben wir festgestellt, dass dieses Städtchen sehr schmucke Ecken und Plätze hat. Es hat uns da also wirklich sehr gut gefallen. Schade nur bleibt keine Zeit um diese Gassen am Tage zu durchstreiffen.

Es war ein echter Segeltag heute. Beim Start mussten wir allerdings gegen Wind und Welle durch die Inseln des Maddalenen Archipels navigieren. Mit Wind immer schön von vorne haben wir diese Strecke unter Maschine zurück gelegt. Sobald wir die nördlichste Huk erreicht hatten und einen Sudwestkurs setzen konnten, war es mit kurzen Aufkreuzschlägen leicht unser Ziel an zu steuern. Gemäss Hafenhandbuch sollte es möglich sein, innerhalb der Hafenmole von Isola Rossa zu ankern, was eine ruhige Nacht versprach. Das war dann aber nicht so, weil die ganze windgeschützte Zone mit Badebojen abgesperrt war. Also mussten wir in der unruhigen Aussenbucht ankern. Immer wieder wurden wir durch höhere Wellen im Gleichgewicht halten geprüft. 
Aus Sorge, der Anker könnte bei recht kräftigen Böen nicht halten, bin ich ein paar mal in dieser Nacht aufgewacht um unsere Position zu prüfen. Der Ankergrund war gut und so hat der Anker seinen Namen redlich verdient. 


Capo Testa .... so weit nördlich sollte ich in Zukunft nicht mehr kommen

Montag, 21. September 2015

21. September 2015
Die richtige Funktion meiner elektronischen Instrumente ist je länger je mehr zufällig. Nachdem gestern die GPS- und Winddaten sowie die Uhr wieder funktioniert hatten, war am Nachmittag das Windmessgerät wieder ausgefallen. Dazu kam das Problem des SailDrive-Sensors am Abend. Heute Morgen funktioniert wieder alles. Wir haben Winddaten und auch der Sensor vom SailDrive meldet keine Störung mehr. Was bleibt, ist eine grosse Verunsicherung bei mir, wie lange das so bleibt.

Heute gibt es sehr schwierige Segelverhältnisse. Wir haben immer wieder Wind platt auf die Nase und suchen den richtigen Winkel - auch unter Maschine - um nicht zu viel Speed zu verlieren. Wenn immer möglich werden die Segel gesetzt.
Da gibt es für mich als Logbuch-Schreiber auch enorm viel zu tun.
Einmal mehr sind wir aber von der Inselwelt hier in Nordostsardinien sehr fasziniert. Ein Segeltörn nur in dieser Gegend würde sich schon sehr lohnen. Wir bedauern, dass wir nicht mehr Zeit haben, die vielen herrlichen Buchten zu erkunden.

wir verlassen den Ankerplatz in Porto Brandinchi

Villen sind unauffällig und fast mit der Landschaft verschmolzen

.... wir nähern uns dem südöstlichen Tor zum Maddalenen-Archipel


20. September 2015
Die letzte Nacht war durch heftigen Nordwestwind sehr unruhig. Zwei mal bin ich wach geworden und musste dann nachsehen, ob unser Anker noch immer hält oder ob wir schon gen Osten ins offene Meer abgetrieben sind.

Ganz früh lichten wir den Anker und ziehen los …. einem wunderbaren Segeltag entgegen. Schon nach kurzer Zeit konnten wir die Segel setzen und waren so vorsichtig, dass wir bereits Reff 1 ins Gross eingebunden hatten. Das war über weite Strecken des Tages zwar nicht nötig, aber am Morgen waren extreme Windböen spürbar, die bis 28 ktn brachten. Später am Tag drehte der Wind in eine für uns bessere Richtung und so kamen doch deutlich mehr Segelmeilen zusammen als vorerst angenommen. 
Bei der Anfahrt zur Ankerbucht dann noch eine unliebsame Überraschung. Der Sensor vom Backbord Sail Drive meldete sich schon wieder. Jetzt hatte ich das doch gerade erst reparieren lassen. Was soll das???

wir verlassen den Ankerplatz in der Cala Gonone

Franz geniesst die Segelmeilen .... 

...... genau so wie ich

die Landschaft von Sardinien ist hier grün und abwechslungsreich

Franz inspiziert die Instrumente

.... auch Aufkreuzen geht sehr gut .... wenn man genug Zeit hat


19. September 2015
Kaum angekommen, geht's schon wieder weiter. Bei der Detailplanung haben wir realisiert, dass genau in dieser kommenden Woche eine starke West- Nordwestströmung der Winde im nördlichen Teil von Sardinien die Wettersituation beherrscht. Das ist für unseren Kurs wieder mal denkbar schlecht. Wir werden also oft gegen den Wind fahren und daher auch Zeit verlieren. 
Da unsere Etappen so um die 30 bis 40 nm lang sind, wird das nur mit früh losfahren und hartem Segeln am Wind zu kompensieren sein. Um bereits heute mal etwas an Strecke zu absolvieren, fahren wir nach dem Mittag los und bringen die ersten 25 nm an Sardiniens Ostküste hinter uns.  
Eines kann man jetzt schon sagen …. die Landschaft dieser Küste entlang ist wunderschön.

die herrliche Landschaft von Sardinien an der Ostküste ....

.... präsentiert sich von ihrer besten Seite

 ....interessantes Wolkenbild am Morgen

Samstag, 19. September 2015

18. September 2015
Die Überfahrt nach Sardinien verläuft sonst ohne grosse Zwischenfälle. Etwa 50nm vor dem Ziel entscheiden wir, dass wir eine andere Bucht ansteuern wollen, die etwa 30nm nördlicher an der Ostküste von Sardinien liegt. Das bedeutet, dass wir noch 4 Std. länger unterwegs sein werden, aber je nach Wind nicht in der Nacht ankommen sollten. Das wäre das angestrebte Ziel. Ob das klappt, wissen wir erst, wenn wir da sind. 

um 3 Uhr morgens angekommen und vor einem Campingplatz geankert



17. September 2015
Nachdem wir unseren Trink- und Essvorrat gebunkert hatten, machten wir einen kleinen Stadtbummel. Danach genehmigten wir uns noch eine Stärkung in Form von einem Antipastiteller direkt beim Fischereihafen. 

Wir wollten eigentlich um 14 Uhr starten und vorher noch bei der Tankstelle vorbei. Nur, dass der Tankwart von 13 bis 16 Uhr Mittagspause hatte, war dabei nicht berücksichtigt worden. So waren wir gezwungen eine ungewollte Pause ein zu legen. Nun gut, das war wohl mein Fehler. Ich hätte ja vorher Fragen können. Weiter nicht so schlimm …. wir wissen ja auch nicht, ob uns der Wind gut gesinnt ist oder ob wir wieder mal mit Maschinenkraft die Strecke zurück legen müssen. 
Dass wir vorerst mal südliche Winde haben, die gut für uns sind, davon konnten wir ausgehen. Aber wie lange das anhalten wird, das war nicht klar.

Ein Problem ist schon nach einer Stunde aufgetreten. Unser Primär GPS ist ausgefallen. Nun sind wir auf das BackUp-System auf meinem Tablet angewiesen. Gar nicht gut ……

Franz ist in Sizilien angekommen
Peregrina mit Skipper
am Fischmarkt von Trapani

Altstadtbummel ..... am Tage nicht viel los

die wenig attraktive Nordseite der Altstadt

.... wir verlassen die Marina in Trapani

Mittwoch, 16. September 2015

16. September 2015
Es muss ja auch immer wieder mal sein …. gross Reine machen ist heute angesagt. Man glaubt gar nicht, was der Wind so alles mit sich trägt und im Innenraum wieder ablädt. Die feinen Sandstaubkörner aus der Sahara dringen in jede Ritze. Zudem ist da auch noch Staub dabei von den Schleifarbeiten am Teakholz, das ich in Malta habe bearbeiten lassen. Die ganze Putzaktion dauert letztendlich den ganzen Tag. 

Um 6 Uhr trudelt dann auch schon Franz ein. Er ist schneller da als erwartet. Den letzten Bus knapp verpasst - dank langer Wartezeit bei der Gepäckausgabe - nimmt er sich ein Taxi und ist daher wesentlich schneller zum Einchecken bei der Peregrina. 
Es gibt viel zu erzählen und wo geht das besser als bei Pizza und Wein. Mit einem Whisky beschliessen wir den Abend und freuen uns auf den bevorstehen Törn entlang der Ost- und Nordküste von Sardinien.

Dienstag, 15. September 2015

15. September 2015
Heute ist ein unruhiger Tag. Der Wind hat markant zugenommen. Jetzt bin ich wirklich froh, dass ich heute einen Platz in der Marina erhalten habe. Aber es war das heikelste Anlegemanöver, das ich je hatte. Mit 23ktn Seitenwind und die Platzweite gerade mal knapp 1m mehr als die Peregrina breit ist. Da ist man schon froh, wenn das beim ersten Mal gleich passt. Ohne die Mithilfe der drei freundlichen Marina-Mitarbeiter wäre das wohl kaum zu schaffen gewesen.

Der Schwell ist im Moment so stark, dass man gar schon die Gischt in der Luft spürt. Über 30 ktn jetzt am Liegeplatz ist nicht wirklich so angenehm. Dabei habe ich noch Glück, dass ich einen Platz innerhalb der ersten Pier erhalten habe. Die Yachten an der Aussenseite haben deutlich mehr Bewegung. Da sind auch schon Moorringleinen gerissen und die Marina-Mitarbeiter sind im Dauereinsatz. Eilends werden weitere Leinen am Steg ausgelegt, um im Notfall sofort reagieren zu können. 

Etwas Gutes hat es doch auch wieder. Meine frisch gewaschene Wäsche ist im Nu trocken. Ich muss nur darauf achten, dass es mir die Wäsche nicht von der Leine weht. 

Leeseitig ist kein Freiraum mehr

an Luv ist kaum 1m Freiraum

emsiges Treiben um die Yachten zu sichern

die Wäsche hängt nicht mehr ..... sie fliegt im Windkanal

ruhiges Nachtleben in Trapani


Montag, 14. September 2015

14. September 2015
Der Wind hat die ganze Nacht angehalten und hat mir einen recht ungemütlichen Aufenthalt vor Sciacca beschert. Der Schwell am Ankerplatz kam fast genau querab und das hat die Peregrina in eine zum Teil heftige seitliche Schaukelbewegung versetzt.

Als Entschädigung für diese Unannehmlichkeiten durfte ich vom Ankerplatz weg gleich das Genuasegel setzen und hatte mit Rückenwind bis 7 ktn Speed. So darf es ruhig weitergehen. Ich hätte nichts gegen ein ruhiges aber stetiges Segeln mit Wellen von Achtern.

Da ich schon um ca. halb Drei vor Marsala bin, entschliesse ich mich den Plan zu ändern und gleich den besseren Hafen in Trapani anzusteuern. Das bedeutet eine Verlängerung um ca. 14 nm. Das ist heute bei dem Rückenwind in gut zwei Stunden leicht zu schaffen. Zudem gibt es dort einen Ankerplatz im Vorhafen, sollte heute kein Platz in der Marina zur Verfügung stehen.

Kleiner Zwischenfall dann noch im Vorhafen von Trapani. Der Hafenpolizei passt mein Ankerplatz nicht. Scheinbar bin ich zu nahe an der Marinaeinfahrt. Nun stelle ich die Peregrina näher an die schon vor mir da vor Anker liegenden Yachten …. ein Katamaran und eine Monohull. Bei dem Wind wollte ich eigentlich mehr Abstand zum hinter mir Liegenden, aber das ist jetzt nicht mehr gut möglich. Nun ja, der Wind sollte am Abend etwas zurück gehen .... dann wird hoffentlich nichts passieren. 
Mein Anker hält in gutem Ankergrund ... sprich Sandboden .... eigentlich immer recht sicher. Aber es bleibt ein Restrisiko. Zwei mal wurde der Anker bisher bei starkem Wind schon ausgerissen .... und beide Male war der Boden mit abgestorbenem Seegras durchsetzt. 


heute genügt die Genua für einen Durchschnitt von ca, 6 ktn

die berühmte Weinstadt Marsala lasse ich rechts liegen  ....

.... und die Aegadischen Inseln lasse ich links liegen

die Stadt Trapani aus dem Vorhafen

Sonntag, 13. September 2015

13. September 2015
Überraschung …. heute funktioniert die Windmessung wieder?!?! Die Auswertebox scheint doch noch nicht ganz tot zu sein. Aber etwas stimmt da sicher nicht. Das sind immer die schwierigen Fälle, wenn sich ein Fehler nicht permanent zeigt.

Auch heute beginnt der Tag mit einem lauen Lüftchen aus nördlicher Richtung. Immerhin, der Wind sollte gemäss Forecast bald aus südöstlichen Richtungen kommen. Wenn der Wind auch nicht stark genug ist zum Segeln, so wird es immmerhin meine Geschwindigkeit durch die Maschine eher etwas unterstützen. 
Es ist schon beruhigend zu wissen, dass jetzt beide Antriebseinheiten wieder voll einsatzfähig sind. Trotzdem lasse ich auch heute nur die BB-Maschine auf 1800rpm laufen. Mit durchschnittlich 5 ktn komme ich gut voran und die Strecke von knapp 50 nm ist in 10 Stunden geschafft. 

vor dem Hafen in Sciacca habe ich unangenehmen Schwell querab


12. September 2015
Früh morgens um sieben bin ich aufgebrochen mit dem nächsten Ziel Licata. Von Wind ist nicht viel zu spüren. Daher lasse ich jetzt zum Ausgleich der Dieseltanks nur die Backbordmaschine laufen. Mit durchschnittlich 4.5 ktn geht's Richtung West-Nordwest.

Keine Windanzeige macht es nicht einfacher zu entscheiden, ob es Sinn macht die Segel zu setzen oder nicht. Ich richte mich nach der Nationalen und nach einem Bänsel, den ich an der STB-Want befestigt habe. Danach sind die Winddaten nicht geeignet um mit einer einigermassen Geschwindigkeit zum Ziel zu gelangen. Das entspricht auch in etwa den Forecastangaben. Nur die Windrichtung stimmt wieder mal gar nicht. Erst gegen den späteren Nachmittag dreht der Wind auf südliche Richtungen und ist so stark, dass es zum Segeln reichen würde. Zu dem Zeitpunkt bin ich aber schon an meinem Tagesziel angelangt.


bei Sonnenaufgang verlasse ich die Marina di Ragusa

solche Offshore-Plattformen wirken gespenstisch auf dem Wasser

weit von Licata entfernt und doch nur noch 6m Wasser unter dem Kiel