Montag, 12. Oktober 2015

09. Oktober 2015
Gestern sind wir in den sicheren Hafen Almerimar eingelaufen und konnten gleich als Erstes unsere Dieseltanks füllen. Die Formalitäten im Hafenbüro waren schnell erledigt. Hier ist ja der Ausgangshafen, wo ich am 4. April meine Mittelmeerreise gestartet hatte. Somit sind schon alle Daten hinterlegt.  

Kaum am zugeteilten Platz festgemacht, wurden wir schon von Ingrid und Wigbert begrüsst …. "from Austria" und mit ihrer Lagoon 38 ein paar Liegeplätze neben uns. Am Abend dann winken sie uns zu einem Bier rüber ….. da lernen wir auch Olga und Max kennen. Sie sind von der Lagoon 500 gleich daneben. 

Bruno hat Glück …. er kann heute mit Olga und Max nach Almeria fahren. Das Taxi wartet um halb Elf am Gate. Tschüss Bruno .... es war eine schöne Teilstrecke von Alghero bis Almerimar mit dir. Gute Heimreise ...

Nur 2 Std. nach Brunos Abreise kommen Melanie und Edith nach der langen Anreise in Almerimar an. Freudige Begrüssung … und viel zu Erzählen gibt es ... viel mitgebracht habt ihr auch. 
Langsam wird die Peregrina zu einem Frachtschiff. Melanie hat so einiges an Material zum Mitnehmen nach St. Lucia eingepackt .... Schmiedewerkzeuge und Hufnägel; ein Schmiede-Gasofen; eine grosse Box mit lauter Zaumzeug und .... 4 Pferdesättel !!!!!????

Mein nächstes Ziel ist Las Palmas. Da ich nun wegen Arbeiten an der Peregrina ziemlich sicher erst nach dem ARC-Start in Las Palmas ankommen werde, wird dies mein Ausgangspunkt für die Atlantikquerung werden. Nachdem da am 22.11.2015 gegen 250 Schiffe auf die Reise nach St. Lucia geschickt werden, wird die Marina ziemlich leer sein. Also genug Platz und ideal für den Start der Peregrina nach St. Lucia.  


Damit endet meine Berichterstattung zu meiner Peregrina-Kennenlern-Mittelmeer-Rundreise. Es waren überaus spannende, oft überraschende und manchmal etwas haarige Momente auf See. Es war sehr wichtig für mich und ich würde diese 4475.9 Meilen Erfahrung wieder machen wollen ..... aber nicht mehr in dieser festgelegten Route, sondern mich eher frei nach Wind und Welle richten. Damit würde es bestimmt mehr Segelmeilen als Motormeilen geben. 

All meinen Lesern danke ich für das Interesse und auch die manchmal notwendige Geduld beim Verfolgen der Blogeinträge. Mit Internet auf dem weiten Meer ist das so eine eigene Sache .... nicht immer leicht verfügbar!  

Ob es zukünftig weiter tägliche Berichte oder nur spontane Ereignisberichte geben wird, mache ich von Rückmeldungen abhängig. Da seit vielen Wochen keine Kommentare mehr eingegangen sind, bin ich nicht so sicher ob meine Beiträge genügend Interesse geweckt haben um eine tägliche Berichterstattung zu rechtfertigen. 
Also Leute .... meldet mir eure Meinung.

Gruss .... Skipper 

info@peregrina-sailing.com

nach 188 Tagen wieder zurück in Almerimar

alles gut verpacken ist wichtig für die weite Reise

mit Melanie und Edith in der Filmstadt bei Tabernas

08. Oktober 2015
Nachdem wir die letzten Meilen nur durch die Genua angetrieben wurden, sind wir nach einer ruhigen und windarmen Nacht gegen 10 Uhr in Richtung zum Hafen von Roquetas de Mar unterwegs. Auf meine Anfrage per Funk hatte sich nur der Hafen von Almeria gemeldet. Nun werden wir sehen, ob hier doch ein Platz frei ist für die Peregrina. 

Kurz vor dem Hafen rufe ich noch einmal per Funk. Es meldet sich niemand. Nach kurzer Diskussion in Bezug auf Wetter und Distanz entscheiden wir gleich weiter nach dem nur noch 13 Meilen entfernten Almerimar zu fahren. Der Wind ist immer noch günstig. Aber bald soll es gemäss Forecast Starkwind bis 30 Ktn geben. In einem kleinen Hafen, den ich nicht kenne, könnte es dann recht ungemütlich werden, zumal die Hafeneinfahrt genau gegen die Windrichtung steht. Vor dem Hafen zu ankern, ist bei diesem Wind auch keine gute Idee. 
Wir haben genug Zeit, Almerimar am Nachmittag zu erreichen. So wird das sicher die vernünftigste Lösung in dieser Situation sein. 

Danke Bruno, dass du jetzt die etwas längere Rückreise auf dich nimmst. 

wunderschön kitschig verabschiedet sich der Tag heute

der Tag erwacht am Cabo de Gata

Mittwoch, 7. Oktober 2015

07. Oktober 2015
Nach dem Morgenessen machen wir uns bereit für den Landgang. Da mein Dinghy wegen der defekten Batterie immer noch nicht einsatzfähig ist, bleiben uns nur die beiden Kajaks um trockenen Fusses das Land vom Ankerplatz aus zu erreichen. Doch wir haben Spass dabei und für Bruno ist es gar eine Premiere in einem Kajak zu paddeln.

Wir nutzen die Gelegenheit, uns - in einer vom Auslandtourismus verschonten Stadt - ein Mittagessen zu gönnen und das in einem typisch spanischen Hafenrestaurant. Es gibt Fischplatte vom Grill. Mmmhh jammy .... so gut! Maria und ihre Schwester haben uns fürstlich bedient und dank Bruno wurde rege geplaudert. Wir waren - für spanische Verhälnisse - zu früh dran und daher hatte es ausser uns kaum Gäste.  

Nach der Rückkehr heisst es bereit machen zum Auslaufen. Da es Bruno sehr gefällt, durch die Nacht zu segeln, nehmen wir die letzte gemeinsame Etappe am Nachmittag in Angriff. Nach ca. 20 Std. sollten wir Roquetas de Mar erreichen, wo Bruno die Peregrina verlassen wird. Weil er hier die besseren Verbindungen nach Valencia hat, verzichtet er auf die letzten Meilen bis Almerimar. 

So werden wir in Almerimar einlaufen wie wir am 4. April zur Mittelmeer-Rundreise aufgebrochen sind ..... die Peregrina und ich. 

gut geankert ..... nur 2m bleiben bis zur Hafeneinfahrtsboje
Bruno geniesst sichtlich das Sonnenbad und den spritzigen Wein
Blick vom Terassenrestaurant zur Hafenbucht - Peregrina versteckt sich hinter weissem Boot

ich wusste, diese Kajaks werden noch mal sehr nützlich sein

um 4 Uhr nachmittags verlassen wir Aguilas
das wird Bruno schon bald vermissen .... da bin ich sicher



Dienstag, 6. Oktober 2015

06. Oktober 2015
Früh morgens lösen wir die Leinen und navigieren aus dem grossen Hafenbereich von Cartagena heraus. Vorbei an den Oelindustrie-Anlagen und den geankerten Schiffen setzen wir den Weg nach Almerimar fort. 

Heute haben wir immer noch Wind direkt von Vorne. Das sollte aber ab Morgen anders werden. Der Wind soll dann aus nördlichen bis östlichen Richtungen kommen. Dann werden wir endlich wieder Segel setzen und den ökologischen Schiffsantrieb nutzen können …. wir haben ja ein Segelschiff und kein Motorboot.

Nach ca. 20 Meilen entscheiden wir uns den Kurs zu ändern und anstelle Garrucha den Vorhafen von Aguilas anzulaufen. Mit dem Gegenwind von nunmehr 20 Ktn würden wir erst in der Nacht in Garrucha ankommen. So werden wir eine längere Ruhezeit haben und können am Mittwoch mit Raumwind rechnen, was uns den Einsatz der Segel erlauben wird.  
Aguilas empfängt uns sommerlich; so nutzen wir die Gelegenheit für eine angenehme Schwimmstunde.

wieso der Traditionssegler im Morgengrauen nicht die Segel gesetzt hat, bleibt ein Rätsel

die grosszügige und gut geschützte Bucht vor Aguilas

05. Oktober 2015
Noch in der Dunkelheit verlassen wir den Hafen von Torrevieja und setzen Kurs Süd Richtung Cabo de Palos. Als der Tag anbricht und die Sonne alles ringsum erleuchten sollte wird klar, dass es heute wohl nicht für viel Sonnenschein ausreichen wird. Ein 
dichter Dunstschleier lässt die Ferne nur erahnen. Es ist eher eine anhaltende Dämmerung als ein Tagesanbruch. 

Wir nehmen's gelassen und freuen uns schon auf den Landgang in Cartagena. Da kann Bruno wieder etwas Gutes einkaufen, womit er ein leckeres Essen zubereiten wird. Ja, das kann er wirklich gut. Wenn ich dauerhaft einen Koch an Bord haben müsste, dann wäre Bruno ein Favorit in der Auswahlliste. 
Ich werde den Landgang nutzen um meine Internet-Daten erneut aktivieren zu lassen. Dann habe ich wieder uneingeschränkten Zugang zum  Internet. Es ist ja nett, dass mir Vodafone trotz abgelaufenen Prepaid-Daten den Zugang offen hält … nicht ganz so schnell aber doch brauchbar. Zum Überbrücken der Wartezeit reicht es allemal. 

am Cabo de Palos werden böse Erinnerungen wach an die Hinreise im April

Sonntag, 4. Oktober 2015

04. Oktober 2015
Die Nacht geht ruhig und ohne spezielle Ereignisse über die Bühne. Auch die See hat sich wieder beruhigt und es gibt kaum mehr Bewegung im Schiff. 
Als die Sonne aufgeht, haben wir noch 30nm zurück zu legen bis Torrevieja. Wir bleiben auf diesem Kurs und sollten die Stadt in etwa 7 Stunden erreichen. 

Meine Erinnerung an die Zeit als wir die Peregrina von Denia nach Almerimar überführt haben, holt mich wieder ein. Die gleiche Situation im Hafen von Torrevieja; die Schiffe sind so mit Springleinen belegt, dass es daneben nur wenig Platz gibt. Daher sind wir auch diesmal wieder gezwungen im Vorhafen zu ankern. Immerhin ist hier genug Platz und der Wind lässt mehr und mehr nach, sodass wir eine ruhige Nacht erwarten dürfen. 
Morgen geht's schon um 7 Uhr weiter nach Cartagena.

mein Backup-System (Tablet) zeigt mir die wichtigsten Daten 

leider kann ich Torrevieja wieder nicht besichtigen

03. Oktober 2015
Wie so oft starten wir unsere letzte lange Etappe mit praktisch direktem Gegenwind. Durch die Schonung der BB-Maschine sind wir nur ca. 3 - 4 ktn schnell und dadurch wird unsere Reisezeit noch verlängert. Es könnte also gut sein, dass wir diesmal 40 Stunden unterwegs sind. Damit würden wir wieder mitten in der Nacht ankommen. Sollte sich daran nichts ändern, müssten wir uns überlegen, anstelle von Torrevieja direkt nach Cartagena zu fahren. Das sind ca. 10 Stunden zusätzlich.

Gegen Abend um 6 Uhr dreht der Wind plötzlich auf Süd. Leider sind es kaum noch 10 ktn Wind, aber es reicht um die Genua als Beschleuniger einzusetzen …. und so sind wir statt 4 ktn gute 5 ktn schnell. Das nehmen wir doch gerne …. wie lange das wohl so anhalten wird?

Generationentreffen vor der Passage von Ibiza - Formentera ....

...... ganz schön was los vor der engen Durchfahrt

02. Oktober 2015
Die Nacht war spannend und ziemlich feucht. Schon von weitem haben wir das Wetterleuchten gesehen und ahnten nichts Gutes. Zwei Stunden später waren wir dann mitten drin im Geschehen. Blitz und Donner westlich und nördlich von uns. Es fing an zu regnen …. zuerst ganz fein und später mit grossen Tropfen, aber nie wirklich stark. Das Unwetter verzog sich erst gegen Morgengrauen in Richtung Süden und löste sich später ganz auf. Jetzt erst legte der Wind so richtig los. Mit bis zu 28 ktn aus Süd war das doch eher eine unerwartete Entwicklung. Immerhin konnten wir jetzt ein Stück unseres Weges mit Segeln zurück legen. Später drehte der Wind zu unserem Leidwesen nach Südwest und verhinderte so ein direktes Anlaufen der engen Passage zwischen Ibiza und Formentera.  

Kurzum änderten wir den Plan und steuerten die Bucht Talamanca nördlich von Ibiza Stadt an. Wir haben somit 10 nm auf die nächste Etappe verlegt. Hoffentlich wird uns Morgen der Wind besser begleiten. 

Wir nähern uns Ibiza Stadt ... nicht zuletzt die vielen Fähren kündigen das an

die Bucht Talamance ist schon sehr belegt ....

.... wir finden trotzdem einen schönen und sicheren Platz
 
01. Oktober 2015
Am Morgen macht Bruno den Einkauf für die nächsten Tage. Wir haben vor, auf unserem Weg ein paar schöne Ankerbuchten zu besuchen. Da gibt es dann eher keine Einkaufsgelegenheiten mehr.  
Während Bruno am Nachmittag noch seine Muskulatur pflegen lässt, bereite ich die Peregrina schon mal für's Auslaufen vor. Hoppla, der Wasseranschluss lässt sich nicht ordentlich verbinden und rutscht wieder vom Ventil. Dass meine Shorts dabei nass 
werden stört mich weniger …. aber dass ich so den Wassertank nicht auffüllen kann schon eher. Na, dann muss halt der Wassermacher mehr arbeiten, wenn wir später unterwegs sind.

Um halb Fünf legen wir ab und nehmen die Nachtetappe in Angriff. La Savina auf Formentera ist unser Etappenziel und das sollten wir nach etwa 22 Stunden erreicht haben.

wir fahren in die Nacht hinein. Links kommt schon Cabrera in Sichtweite 

es hat spürbar aufgefrischt

30. September 2015
Das war ein Morgen zum Verschlafen. Regen, Regen und dazu Regen. Seit Gestern abend regnet es praktisch pausenlos. Die Sonneninsel Mallorca macht ihrem Namen im Moment gerade keine Ehre. 

Es kommt noch schlimmer …. für Morgen sind Windböen von fast 50 ktn angesagt. Wir bleiben im Hafen und haben die Peregrina gut festgebunden. Trotzdem ist der Platz nicht überaus angenehm. Es hat ziemlich viel Bewegung im Wasser und das verursacht ein ständiges Vor und Zurück an den Leinen. Mit einem Ruck wird die Peregrina wieder gestoppt und schon geht’s wieder los. Auch die Ruckdämpfer mit Federn - die ich seit April nicht mehr gebraucht hatte - helfen da nicht allzu viel. 

der kleine Ort Portocolom auf Mallorca

diese Ruckdämpfer kamen seit April zum ersten Mal wieder zum Einsatz